Rechtsstand geprüft am 29.07.2026 · Whitelist 21.07.2026

Online Slots in Deutschland: was ein erlaubtes Automatenspiel ist

„Online Slots“ ist der Suchbegriff. „Virtuelles Automatenspiel“ ist der Rechtsbegriff, und er ist über vier harte Parameter definiert, die den deutschen Markt von jedem unregulierten Angebot unterscheiden.

Schwarze mechanische Stoppuhr mit blankem Zifferblatt und rotem Zeiger auf weißem Papier
Abb. 13 Fünf Sekunden im Durchschnitt, nicht je Einzelspiel Eigene Darstellung

Höchsteinsatz je Spiel

1 €

§ 22a Abs. 7 S. 1 GlüStV 2021

Mindestdauer je Spiel (Durchschnitt)

5 s

§ 22a Abs. 6 S. 1 GlüStV 2021

Maximal zulässiges Tempo

720

Spiele pro Stunde, unsere Rechnung

Vier Parameter, die den Unterschied machen

Einsatzdeckel. Höchstens 1 € je Spiel. Die Aufsicht kann diesen Betrag an geänderte Verhältnisse anpassen, er ist also fixiert, aber nicht auf Dauer unveränderlich.

Tempo. Ein Spiel muss durchschnittlich mindestens 5 Sekunden dauern, gerechnet vom Auslösen bis zur Anzeige des Ergebnisses. Daraus folgt das Maximaltempo von 720 Spielen pro Stunde und damit die Obergrenze des Einsatzvolumens von 720 € pro Stunde.

Kein Parallelspiel. Nur ein Spiel darf gleichzeitig angezeigt werden. Das begrenzt das Volumen härter als der Einsatzdeckel allein, weil es die Multiplikation über mehrere Fenster ausschließt.

Kein Jackpot. Einsätze und Gewinne dürfen nicht angesammelt werden, um Gewinne für künftige Spiele zu schaffen. Gewinne müssen ein vorab festgelegtes Vielfaches des Einsatzes sein.

Diese vier Punkte sind bei allen erlaubten Anbietern identisch, weil sie im Gesetz stehen. Sie unterscheiden erlaubte Anbieter nicht voneinander; sie unterscheiden sie von unerlaubten.

Spielauswahl der erlaubten Anbieter

Veröffentlichte Angaben aus einer öffentlichen Vergleichstabelle, nach Anzahl sortiert · „≥“ = die Quelle nennt nur einen Mindestwert
Anbieter Erlaubnisinhaber Titel Auszahlungsquote
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited ≥ 1.480 96,0 %
Lapalingo Rabbit Entertain IT Limited ≥ 1.300 ≥ 95,0 %
Wildz Rootz Limited ≥ 1.200 96,0 %
bwin bwin (Deutschland) Limited ≥ 900 96,5 %
StarGames Greentube Malta Limited ≥ 850 ≥ 96,0 %
Merkur Slots Merkur Bets Malta Limited ≥ 800 93,0 %
Löwen Play Löwen Play digital GmbH ≥ 650 94,0 %
Betano Betkick Sportsbetting Limited ≥ 600 ≥ 96,0 %
Novoline NOVOLINE.DE GmbH (vormals BluBet Operations Limited) ≥ 400 ≥ 93,0 %
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited ≥ 300 ≥ 94,0 %

Die Spielauswahl ist im Anbietervergleich mit 25 % gewichtet, weniger als die Auszahlungsquote, weil die Anzahl der Titel nichts über den erwarteten Verlust sagt. 18+, Glücksspiel kann süchtig machen.

Woran ein nicht erlaubtes Angebot erkennbar ist

Die vier Vorgaben oben sind nicht nur Pflichten, sie sind auch ein Prüfraster. Wer in einem Slot-Angebot etwas sieht, das eine deutsche Erlaubnis ausschließt, braucht die Whitelist nicht mehr zu befragen. Vier Merkmale genügen.

Ein Einsatz über 1 € je Spiel. Der Deckel gilt ohne Ausnahme und ohne VIP-Stufe. Wo zwei oder fünf Euro je Dreh möglich sind, liegt keine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele nach deutschem Recht vor.

Ein progressiver Jackpot. Das Jackpotverbot untersagt genau die Ansammlung, auf der ein progressiver Jackpot beruht. Ein mitlaufender Millionenzähler ist deshalb ein besonders eindeutiges Merkmal.

Mehrere Spiele gleichzeitig. Erlaubt ist die Anzeige eines Spiels. Ein Angebot, das vier Walzensätze in einem Fenster nebeneinanderstellt, ist nicht erlaubt.

Tischspiele im selben Konto. Roulette, Blackjack und Live-Tische sind von der bundesweiten Erlaubnis nicht abgedeckt. Wer sie neben den Slots findet, hat kein bundesweit erlaubtes Angebot vor sich, siehe Tischspiele in Deutschland.

Umgekehrt gilt das nicht: keines dieser Merkmale zu sehen beweist keine Erlaubnis. Der Beweis steht nur in der amtlichen Liste, und der Legal-Check nimmt den Abgleich für eine einzelne Adresse ab.

Warum erlaubte Angebote „Spielothek“ heißen

Wer sich fragt, warum in Deutschland erlaubte Anbieter das Wort Casino meiden, findet die Antwort in § 22a Abs. 11 GlüStV 2021: „Im Zusammenhang mit der Veranstaltung und dem Eigenvertrieb von virtuellen Automatenspielen oder Werbung hierfür ist die Verwendung der Begriffe „Casino“ oder „Casinospiele“ unzulässig.“ Der Begriff ist also nicht aus Geschmacksgründen verschwunden, er ist für dieses Produkt und die Werbung dafür untersagt. Deshalb steht auf erlaubten Seiten „Online-Spielothek“, während die Suchanfragen der Nutzer weiterhin „Online Casino“ lauten.

Praktisch ist das ein schnelles Signal, allerdings ein schwaches: ein Angebot, das sein Slot-Sortiment offensiv als Casino bewirbt, verstößt entweder gegen diese Vorgabe oder beruht nicht auf einer deutschen Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele. Beides ist ein Grund, die Adresse nachzusehen, statt der Aufmachung zu glauben. Dass mehrere Marken das Wort dennoch im Namen führen, ändert daran nichts: der Markenname ist älter als die Vorschrift, und die Vorschrift betrifft Produktbezeichnung und Werbung.

Zum Tempo gehört eine weitere Vorgabe, die selten erwähnt wird. Nach § 22a Abs. 9 GlüStV 2021 folgt auf den gesetzlich vorgeschriebenen Hinweis eine Pause von 5 Minuten, in der nicht weitergespielt werden kann. Zusammen mit der Mindestspieldauer ist das der Grund, warum ein erlaubtes Slot-Angebot sich langsamer anfühlt als ein unerlaubtes. Das ist beabsichtigt und der wesentliche Unterschied im Spielerlebnis. Was diese Grenzen für den erwarteten Verlust bedeuten, steht bei den Auszahlungsquoten, die Instrumente des Spielerschutzes bei den Spielerschutz-Daten.

Häufige Fragen zu Online Slots

Was ist ein virtuelles Automatenspiel im Sinne des Gesetzes?

Die Spielform, die die bundesweite GGL-Erlaubnis abdeckt, umgangssprachlich Online Slots. Der Staatsvertrag definiert sie über harte Parameter: höchstens 1 € Einsatz je Spiel (§ 22a Abs. 7 S. 1 GlüStV 2021), durchschnittlich mindestens 5 Sekunden je Spiel (§ 22a Abs. 6 S. 1 GlüStV 2021), kein Parallelspiel (§ 22a Abs. 10 GlüStV 2021) und keine Jackpots (§ 22a Abs. 8 S. 2 GlüStV 2021). Tischspiele sind ausdrücklich nicht erfasst.

Wie viele Spiele darf ich pro Stunde maximal spielen?

Aus der Mindestdauer folgt eine Obergrenze von 720 Spielen pro Stunde. Wichtig ist die Formulierung im Gesetz: „durchschnittlich mindestens fünf Sekunden“, also ein Durchschnitt über die Spiele, keine feste Untergrenze für jedes Einzelspiel. Bei maximalem Einsatz entspricht das 720 € Einsatzvolumen pro Stunde.

Warum gibt es bei deutschen Anbietern keine progressiven Jackpots?

Weil sie verboten sind. § 22a Abs. 8 S. 2 GlüStV 2021: „Einsätze, Gewinne oder Teile von Einsätzen oder Gewinnen dürfen nicht zu dem Zweck angesammelt werden, Gewinne für künftige Spiele zu schaffen (Jackpotverbot).“ Ein Gewinn muss zudem in einem vor Spielbeginn festgelegten Vielfachen des Einsatzes bestehen. Wer progressive Jackpots bewirbt, tut das nicht auf Grundlage einer deutschen Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele.

Darf ich mehrere Slots gleichzeitig spielen?

Nein. § 22a Abs. 10 GlüStV 2021 verbietet das gleichzeitige Spielen mehrerer virtueller Automatenspiele ausdrücklich auch für dasselbe Spiel, und es darf nur ein Spiel zur gleichen Zeit angezeigt werden. Die Erlaubnisinhaber müssen das technisch sicherstellen.

Warum heißen die erlaubten Angebote „Spielothek“ und nicht „Casino“?

Weil § 22a Abs. 11 GlüStV 2021 den Anbietern die Begriffe „Casino“ und „Casinospiele“ im Zusammenhang mit virtuellen Automatenspielen und der Werbung dafür untersagt. Deshalb firmieren die erlaubten Angebote als Online-Spielothek. Das ist ein sehr schnelles Erkennungsmerkmal, mehr dazu in der Methodik.

Wie viele Slots bieten die erlaubten Anbieter?

Die veröffentlichten Angaben reichen von 300 bis 1.480 Titeln. Fast alle Anbieter nennen dabei einen Mindestwert („über X“), weshalb die Zahlen in unserer Tabelle mit „≥“ markiert sind. Die Spielauswahl ist im Vergleich mit 25 % gewichtet.

Sind Slots die einzige erlaubte Spielform?

Bundesweit ja, neben Online-Poker als eigener Erlaubnisart. Für Online-Tischspiele sind lediglich 8 Domains von 5 Rechtsträgern erlaubt, jeweils von einer Landesbehörde und jeweils nur für ein Bundesland, siehe Tischspiele in Deutschland.